Motor Zeulenroda

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Mach's gut Maximilian!


Mit Maximilian Wetzel verlässt uns ein Spieler, der seit Kindesbeinen das Motor-Trikot trug, fast 18 Jahre lang im Verein gespielt und viele wichtige Tore geschossen hat. Der Stürmer wird zum FC Thüringen Weida in die Köstritzer-Verbandsliga wechseln und sich dort einer neuen Herausforderung widmen. Zum Abschied nahm sich der sympathische 21-Jährige noch einmal Zeit für ein Abschlussinterview mit uns.

Danke, Maximilian, dass du dir heute noch einmal für uns Zeit nimmst. Kannst du dich denn überhaupt noch an deine erste Zeit beim FC Motor erinnern?

Maximilian: „Angefangen hat damals schon alles bei den Bambinis, also den G-Junioren. Mein Vater war dort Trainer und trainierte mich auch bis zu den E-Junioren hoch, zusammen mit Günther Lenßner. Dort habe ich meine ersten fußballerischen Schritte gemacht, viele Erfolge gefeiert, teilweise mit Spielern, die heute auch noch in der ersten Männermannschaft spielen, zum Beispiel mit Lukas Nietsch, Fabian Ziehm und Tom Krahnert, der ja heute beim FC Carl Zeiss Jena unter Vertrag steht. Als ich dann Großfeld spielen durfte, haben wir immer Landesliga gespielt und sind dort nie abgestiegen. Das war eine tolle Zeit und ich danke allen, die sie begleitet haben."

Wann bist du zum ersten Mal in den Kader der ersten Männermannschaft berufen worden?

Maximilian: „Das war in der Saison 2014/2015. Da war ich gerade 18 Jahre alt und stand bei den letzten beiden Saisonspielen im Kader. Offiziell dazu gehörte ich dann ab der Saison 2015/2016."

Kannst du dich konkret an dein erstes Spiel erinnern?

Maximilian: „Aufgrund dessen, dass ich es als Jugendlicher immer sehr genossen habe, am Samstagnachmittag die Spiele der Ersten zu verfolgen und es für mich am Wochenende einfach nichts Anderes als Fußball gab, war das ein komisches und teilweise nervöses Gefühl. Die Ungewissheit bereitete mir ein wenig Sorgenfalten, denn ich hatte ja im Männerbereich logischerweise noch keinerlei Erfahrung. Mein erstes Spiel war damals ein Auswärtsspiel in Bad Blankenburg. Dort haben wir leider verloren, ich habe dort aber unter Tino Focke und Carsten Hermann eine Halbzeit spielen dürfen und das sehr genossen."

Wenn du jetzt in einem Satz die Zeit bei der ersten Männermannschaft zusammenfassen solltest, wie würde dieser lauten?

Maximilian: „Der Satz könnte sich kurz belaufen auf: Es war eine schöne Zeit! Denn ich hatte hier unglaublich viel Spaß und wurde damals von meinen Teamkollegen gut aufgenommen und es gab untereinander auch nie nennenswerte Reibereien oder einen größeren Zoff, alles lief immer sehr sauber ab. Auch mit den Trainern hatte ich nie Probleme, egal ob unter Tino Focke oder unter Matthias Liebers. Es war mir eine große Ehre, meine Heimatstadt mit diesem Trikot zu vertreten und ich bin unheimlich dankbar für diese geile Zeit. Das hier alles werde ich nie vergessen."

Als Tino Focke und Carsten Hermann damals überraschend ihren Rücktritt als Trainerteam bekannt gaben, wie hast du diese Situation wahrgenommen?

Maximilian: „Wir sind 2016/2017 ziemlich schlecht in die Saison gestartet und waren die ersten sechs Spiele sieglos. Die Trainingsbeteiligung war relativ schlecht und es hat die Stimmung im Team spürbar runtergezogen. Am Wochenende hatten wir meistens nur 12 Spieler zur Verfügung, was für diese prekäre Situation natürlich nicht förderlich war. Dennoch konnte ich die Reaktion des Trainerteams nachvollziehen, Tino Focke war zu diesem Zeitpunkt acht Jahre Trainer, und dass die beiden diesen Schritt gegangen sind, war für die allermeisten Spieler nach dem überwinden der Schockphase nur verständlich."

Was war dann später deine persönliche Reaktion auf die Verpflichtung von Matthias Liebers als neuen Cheftrainer?

Maximilian: „Trotz seiner berühmten Vergangenheit als bekannter DDR-Fußballer sagte mir der Name erstmal nichts. Ich musste mich selbst erstmal über ihn informieren und war über seine aktive Zeit als Fußballer ziemlich beeindruckt. Ich habe von ihm einiges erwartet, dass er die Mannschaft und auch mich als Spieler enorm weiterbringen kann. Das war damals schon eine große Überraschung."

2009 ist Zeulenroda in einem unvergesslichen Relegationsrückspiel gegen Veilsdorf in die Thüringenliga aufgestiegen. Wie hast du dieses Spiel damals als Fan wahrgenommen?

Maximilian: „Kurz zusammengefasst: Geil! Das war einfach Wahnsinn, so etwas in seiner Heimatstadt zu sehen, gefühlt war es ja so, als wäre die ganze Stadt an diesem Nachmittag zum Fußball ins Waldstadion gekommen. Stark war es auch, dass die Fans der Gäste dort zahlreich mit angereist waren und die Stimmung im Waldstadion an diesem Tag einfach unglaublich war. Das war an Dramatik nicht zu überbieten. Beim Elfmeterschießen stand ich damals hinter dem Tor, zusammen mit ein paar Freunden von mir. Diesen Moment, als Matthias Hutter dann den entscheidenden Elfmeter für Zeulenroda verwandelte, werde ich nie vergessen. Das sind Momente, die jeder Fußballer und jeder Fußballfan anstrebt, einmal erleben zu dürfen."

Zur kommenden Saison wirst du ja für den FC Thüringen Weida auf Torjagd gehen. Was erwartest du von deiner neuen Aufgabe, von den neuen Gegnern und der möglicherweise härteren Gangart in der Verbandsliga?

Maximilian: „Für mich wird es eine sehr interessante Erfahrung, auf die ich mich schon sehr freue. Ich bin nach Weida gewechselt, um eine neue sportliche Herausforderung vor der Brust zu werden, welcher ich mich mit all meinem Ehrgeiz stellen werde. Auf des Gegners Seite wird nun deutlich mehr Qualität als in der Landesklasse liegen, das ist vollkommen klar. Vom Trainingsbetrieb, von der Spielweise und von der Stimmung her gesehen ist das natürlich nochmal eine andere Hausnummer."

Was würdest du deinem Heimatverein noch auf den Weg geben?

Maximilian: „Ich will dem gesamten Verein für die kommende Saison natürlich erst einmal viel Glück und Erfolg wünschen. Ich hoffe, dass es den Neuzugängen gelingt, sich gut zu integrieren und zu präsentieren. Ich denke, dass es vom Verein her ganz klar der richtige Weg ist, wieder mehr Leute nach Zeulenroda zu locken, um den Fußballbetrieb hier weiterhin aufrecht zu erhalten. Ich wünsche dem Verein mehr Zusammenhalt und klarere Strukturen intern, denn auch das ist eine Grundvoraussetzung dafür, in Zeulenroda weiterhin guten Fußball erleben zu dürfen. Das muss im Jugendbereich schon beginnen, ich bin allerdings fest davon überzeugt, dass Sebastian Grau und Sebastian Gruner dafür die richtigen Leute sind, um dieses Heft in der Hand zu halten. Ich bin dem Verein für meine Zeit unglaublich dankbar und werde auch in der kommenden Saison ab und zu mal im Waldstadion auf ein Colabier und eine Roster vorbeischauen! (lacht.)"

Interview: Erik Oelsner